... Fanprojekten?

(Eine Frage von der "Supporters Crew Freiburg e.V.")

Die Frage im Wortlaut:

"Derzeit gibt es in Deutschland 44 sozialpädagogisch betreute Fanprojekte. Die von der zentralen Koordinierungsstelle (KOS) bei der deutschen Sportjugend (dsj) begleitet und beraten werden. Das nationale Konzept für Sport und Sicherheit (NKSS) sieht vor, dass Fanprojekte zu je einem Drittel von Verband (DFL/DFB)) Kommune und Land finanziell getragen werden. Bislang ignoriert nur das Land Baden-Württemberg dieses Finanzierungskonzept. In Freiburg gibt es derzeit (noch) kein Fanprojekt.

  • Wie sehen Sie die Notwendigkeit, dass auch künftig Fanprojekten genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, um pädagogische Fanarbeit zu leisten, um so z.B. den Zulauf zu gewaltbereiten Fan-Gruppen zu verringern und präventiv mit jugendlichen Problemfangruppen zu arbeiten?
  • Sehen sie die Möglichkeit, bzw. die Notwendigkeit, dass sich auch der Bund an den Kosten für die Fanprojekte beteiligt?

"

meine Antwort:

Freiburg ist glücklicherweise kein Problemschwerpunkt bei gewaltbereiten Fan-Gruppen. Dennoch halte ich Fanprojekte auch hier für sehr wichtig. Denn es ist natürlich immer besser präventiv vorzugehen, als erst dann große Maßnahmen zu starten, wenn es bereits massive Probleme mit Gewalt im Umfeld von Sportveranstaltungen gibt.

Dass das Land bisher die Fanprojekte in den vergangenen Jahren nicht unterstützt hat, ist richtig. Nach Klärung der Sachlage hat die FDP-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg sich jedoch erfolgreich dafür eingesetzt, dass das Land ab diesem Jahr entsprechende Fanprojekte unterstützt. Die Förderung findet bisher an den „Brennpunkten“ (z.B. Karlsruhe, Stuttgart, Mannheim) statt. Wenn es in Zukunft auch in Freiburg ein entsprechendes Fanprojekt geben sollte, bestehen gute Chancen, dass nach entsprechender Prüfung auch in Freiburg eine Förderung erfolgen kann. Sollten Sie hier weitere Fragen haben, wenden Sie sich am besten an Frau Heiderose Berroth, die als sportpolitische und finanzpolitische Sprecherin in der FDP-Landtagsfraktion das Anliegen nach mehr Fanprojekten in diesem Bereich in Baden-Württemberg ebenfalls sehr unterstützt.

Da sich nun das Land an der Finanzierung beteiligt sehe ich keine Notwendigkeit, dass der Bund an den Kosten beteiligt. Generell halte ich es für besser, wenn es eine klare Zuteilung der Verantwortlichkeiten und auch der Zuständigkeiten bei der Finanzierung von Maßnahmen gibt. Wenn jeder bei jedem mitfinanziert, besteht gemäß der Regel „viele Köche verderben den Brei“ schnell die Gefahr, dass auch alle Geldgeber mitreden und letztendlich von dem ursprünglichen Anliegen wenig übrig bleibt.