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Steigende Preise als Gefahr für Taxibranche

In Freiburg explodieren die Preise für Taxifahrten regelrecht zum 1. Januar 2019. Wie die Stadtverwaltung in ihrer Drucksache G-18/161 ausführt, steigen die Preise in nahezu allen Bereichen, von der Grundgebühr, über die die gefahrenen Kiometer bis hin zu den staubedingten Wartezeiten während der Beförderung. Vor allem bei Fahrten in der Nacht sind hohe prozentuale Steigerungen zu verzeichnen. So kostet der 2. km nachts mit 3 € gleich 36% mehr als bislang und auch die Wartezeiten werden um 25 % erhöht. Damit geraten wir preismäßig an die Spitze in Baden-Württemberg und auch bundesweit dürften wir zu den teuersten Städten zählen. 

In dieser Entwicklung zeigt sich vor allem ein Dilemma in Freiburg. Durch die extrem hohen Lebenskosten zum Beispiel im Bereich der Miete, aber auch durch enorme Belastungen für die Unternehmen wie im Bereich der Gewerbesteuer, steigen die Preise für solche Dienstleistungen immens an. Hinzu kommt, dass der Arbeitsmarkt in unserer Region förmlich leergefegt ist und auch Taxifahrer_innen rarer werden, da dieser Job nicht zuletzt wegen belastender Nachtschichten nicht gerade hoch im Kurs steht. Wollen die Unternehmen betriebswirtschaftlich überleben und gleichzeitig ausreichend Personal finden, müssen die Preise unweigerlich nach oben gehen, um die steigenden Lohnkosten aufzufangen, den Steuerdurst des Staates zu stillen und die Auflagenlast zu tragen.

 

Dadurch wird aber andererseits das Taxifahren so teuer, dass es zu einem regelrechten Luxusgut verkommt. Wer lediglich drei Kilometer , z.B. vom Hauptbahnhof bis zum Seepark fahren will, muss je nach Konstellation mit bis zu 15 € rechnen. Dafür bekommt man schon fast acht Fahrten mit Bus- und Straßenbahn im ganzen VAG Gebiet zusammen. Selbst Gutverdienende müssen sich da zweimal fragen, ob sie sich privat solche Fahrten gönnen wollen oder überhaupt leisten können.     

Das aber wiederum stellt eine Gefahr für die Branche dar. Denn die Notwendigkeit, Preise in einem solchen Maß zu erhöhen, führt im ungünstigen Fall dazu, dass Taxis weniger zum Einsatz kommen und die Fahrer_innen aber auch die Unternehmen schlechter dastehen als davor und sie sich somit in eine Abwärtsspirale begeben. Verlierer sind dann die Fahrgäste, das Fahrpersonal und die Taxiunternehmen gleichermaßen.

Dies zeigt, dass wir in Freiburg aufpassen müssen, die Schraube nicht zu überdrehen und die Belastungen für die Menschen und die Unternehmen immer weiter zu erhöhen. Wenn wohnen, arbeiten und leben zu teuer wird, dann verliert Freibug schnell seine Attraktivität oder wird zu einem Ort, wo nur noch reiche Menschen sich grundlegende Dienstleistungen werden leisten können. Dies müssen wir im Gemeinderat bedenken und alles dafür tun, dass Freiburg nicht aus der Balance gerät. Wir müssen endlich die Mietpreise in den Griff kriegen und auch den Unternehmen wieder Luft zum atmen verschaffen. Das bedeutet auch, nicht zuletzt in den Haushaltsberatungen darauf zu achten, die Menschen und die Unternehmen in dieser Stadt wieder zu entlasten und ihnen nicht neue Belastungen aufzuerlegen. 

 

Beitragsbild: Petar Milošević [CC BY-SA 4.0 ], from Wikimedia Commons 

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